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Dieser Beitrag wurde am 25. Juni. 2008 in der Kategorie von der Regierung veröffentlicht.
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Das Bundeskabinett hat heute den 3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung beschlossen. Dazu erklärt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales:

Der Bericht bietet eine umfassende Analyse der gesellschaftlichen Entwicklung in Deutschland seit 2003 und der vergangenen zehn Jahre. Diese umfasst neben den Bereichen Einkommen und Vermögen, die Bereiche Erwerbstätigkeit, Bildung, Woh­nen, Gesundheit sowie die Situation von Kindern, Menschen mit Migrationshintergrund, behinderten Menschen und Wohnungslosen.

Da Einkommensdaten nur bis einschließlich zum Jahr 2005 verfügbar waren, konnten positive Auswirkungen der erfreulichen Arbeitsmarktentwicklung seit 2006 auf die Einkommen noch nicht erfasst werden. Die gute wirtschaftliche Entwicklung und die Tarifabschlüsse der letzten Monate lassen eine positive Entwicklung der Arbeitsein­kommen erwarten.

Die Kernaussage des Berichtes: Der deutsche Sozialstaat wirkt. Transferleistungen wie das Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe, Grundsicherung für Ältere und Erwerbsgeminderte, aber auch das Wohngeld sowie familienpolitische Leistungen wie das Kindergeld, der Kinderzuschlag oder das frühere Erziehungsgeld haben die Armutsrisikoquote im Jahr 2005 nach EU-SILC von 26 Prozent auf 13 Prozent halbiert. Diese Quote ist im europäischen Vergleich eher niedrig - der europäische Durchschnitt liegt bei 16 Prozent. Bei Kindern konnte das Armutsrisiko sogar auf fast ein Drittel von 34 Prozent auf 12 Prozent gesenkt werden. Das Armutsrisiko von Älteren hat trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bis 2005 und entgegen dem allgemeinen Trend nicht zugenommen.

Der Schlüssel zur Armutsvermeidung ist die Stärkung von Teilhabechancen durch mehr Bildung und Beschäftigung. Politischer Handlungsbedarf zeigt sich bei der Zunahme des Niedriglohnbereichs. Auch bei Vollzeiterwerbstätigen nahm die Zahl derer mit einem Einkommen von weniger als zwei Dritteln des mittleren Einkommens bis 2005 zu. Der Zuwachs an Beschäftigung geht im Zehnjahresvergleich auch mit einer Zunahme flexibler Beschäftigungsformen wie selbständiger, geringfügiger und zeitlich befristeter Erwerbstätigkeit einher, die nicht immer die Erwartungen, eine Brücke in reguläre Arbeitsverhältnisse zu sein, erfüllen. Einkommen und Beschäftigung sind in großem Maße abhängig vom Bildungsabschluss. Der nach wie vor enge Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen generell und von denen mit Migrationshintergrund im besonderen ist eine nationale Herausforderung. Die Bildungseinrichtungen können hier wirkungsvollere Beiträge zur Verringerung sozialer Ungleichheit leisten als dies bisher der Fall ist.

Die Bundesregierung stellt sich diesen Herausforderungen. Faire Arbeitsbedingungen und angemessene Erwerbseinkommen sind die Basis für ausreichende soziale Sicherung. Branchenspezifische Mindestlöhne können dazu einen Beitrag leisten.

3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung - Download PDF, 1,6 MB

Pressemitteilung des Bundesministerium für Arbeit und Soziales vom 25.06.2008

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