Familien, die von Hartz IV leben müssen, haben es nicht immer leicht. Mit den Bezügen auszukommen ist zwar möglich, doch oft fehlt Geld an allen Ecken und Enden. Das ist auch in Berlin so. Auch aus diesem Grund fordert der Berliner Mieterverein eine Anpassung der vom Staat gezahlten Wohnungskosten für Hartz-IV-Empfänger.
Der Verein fordert, dass man statt bislang 378 Euro künftig 450 Euro zahlen soll. Zudem fordert man, dass bei einer Bedarfsgemeinschaft mit zwei Bewohnern 490 statt bislang 444 Euro Warmmiete fließen sollen. Auch die Grünen-Sozialstadträte aus den Bezirken Neukölln, Tempelhof-Schöneberg und Mitte unterstützen den Vorstoß. „Wir beobachten mit Sorge, dass immer mehr Menschen, die in Berlin Leistungen der Jobcenter erhalten, ihre Miete nicht mehr bezahlen können”, sagt Mittes Stadtrat Stephan von Dassel gegenüber der „Berliner Zeitung“. Demnach habe er seine Kollegen Sibyll Klotz (Tempelhof-Schöneberg) und Bernd Szczepanski (Neukölln) ins Rathaus Wedding eingeladen, um über dieses Thema zu sprechen. Wie das Blatt weiter berichtet, überschreite rund jede dritte Bedarfsgemeinschaft die Ausführungsvorschrift Wohnen (hier sind die Kostensätze geregelt / Anm. d. Red.). Man bemängelt, dass die Bestandsmieten seit 2005 um 17 Prozent gestiegen seien, bei Altbauten sogar um 20 Prozent. Trotzdem seien die Richtwerte für die Wohnkostenübernahme weitesgehend unverändert geblieben.
„Der Druck und die Angst sind groß, dass die Wohnung verloren geht, viele erleben die Aufforderung, sich eine günstigere Wohnung zu suchen, wie einen Schock“, erklärt der Vorstand des Arbeitslosenzentrums evangelischer Kirchenkreise, Frank Steger, der Zeitung. Demnach habe er die Erfahrung gemacht, dass viele sich den Differenzbetrag von ihrer Regelleistung abzwacken, „wodurch sie in eine brutale Armutszone kommen“.




